Was könnten wir noch tun - Jeder Kollege, der hinter dem BR steht, wird stark benachteiligt und in Einzelgespächen unter Druck gesetzt?
Zur Darstellung der Situation eine kurze Beschreibung: Ich selbst bin eine engagierte Betriebsrätin in unserer Einrichtung (Pflege), im Wirtschaftsausschuss Sprecherin und stellvertretende GBR-Vorsitzende. Die Leitungsebene in unserer Einrichtung hat den BR schon von Anfang an immer wieder nicht ernst genommen und behindert. Kollegen wurde z.B. gedroht, wenn diese zum BR gegangen sind. Dies hat sich über lange Zeit aufgebaut und trotz unserer Angebote aufeinander zu zugehen nicht einspannt. Beispielsweise wurden nach Gesprächen die festgelegten Maßnahmen doch immer anders umgesetzt. Der BR wurde auf Einstellungen und Kündigungen reduziert. Wir haben auch die gerichtliche Schiene eingeschlagen, wodurch der Streß auf die Kollegen übertragen wurde und jedes zweite Wort war, bedanken sich beim BR. Nun hat man mir einfach etwas unterstellt und beabsichtigt mich fristlos zu kündigen. Nach der ersten Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht im Zustimmungsersetzungsverfahren haben wir als BR die zweite beabsichtigte Kündigung für mich erhalten bezüglich Prozeßbetrugs. Wieder läuft alles über die Kollegen. Jeder Kollege, der hinter dem BR steht, wird stark benachteiligt und in Einzelgespächen unter Druck gesetzt sich für die "richtige" Seite zu entscheiden. Die Kollegen werden schon angesprochen, wenn jemand von der Leitungsebene nur sieht, dass dieser mit einem BR-Mitglied gesprochen hat. Ich bin von der Arbeitsleistung freigestellt und habe ein Hausverbot erhalten. Wir haben alle Rechtsansprüche in die Wege geleitet. Unser Problem sind die Kollegen, die aus Angst (es wird schon fast öffentlich Mobbing betrieben) nun äußern, dass sie möglichst keinen BR mehr wollen. Auch nach Kontakt mit der Gewerkschaft ist keine Hilfe in Sicht!! Natürlich werden die beiden Kündigungen etc. nicht rechtsgültig werden, aber es dauert alles unheimlich lange!!! Wir würden gerne das Thema Mobbing aufgreifen. Hat jemand eine Idee, wie wir das aufziehen könnten oder weiß gute Kontaktadressen? Oder gibt es einen von euch der schon mal etwas ähnliches erlebt hat?
Community-Antworten (9)
09.10.2007 um 12:57 Uhr
Ich kann nachvollziehen, das es für Euch und Dich im besonderen eine unerträgliche Situation sein muß... Der § 84BetrVG regelt ja schon, das AN das Recht haben sich an Euch zu wenden!
Wenn das allerdings, wie in Eurem Fall schon so verfahren ist, sollte man auch mal den AG gerichtlich auf seine Pflichten aufmerksam machen!!!
Lest doch mal §119BetrVG vieleicht ist der für Euch hilfreich!
Im übrigen glaube ich nicht, das Euch eine Mediations- oder Mobbingveranstaltung da noch helfen kann.
09.10.2007 um 13:57 Uhr
Hallo Bücherwurm, vielen Dank für Deine Antwort. Gerichtlich sind alle Schritte in die Wege geleitet, auch der § 119 BetrVG. Problem ist, dass die Kollegen Angst haben zu diesen Äußerungen der Leitungen zu stehen. Sieht man ja auch in meinem Fall, was passiert, wenn man zu der Wahrheit steht. Dann hat man eine Kündigung wegen Prozeßbetruges und Falschaussage am Hals. Eine solche fristlose Kündigung hat im Übrigen auch eine andere Kollegen bekommen, die eine Aussage in der Güteverhandlung zu meinen Gunsten gemacht hat. Wir sind durch unsere BR-Tätigkeit noch gesetzlich geschützt und erhalten unser Geld weiter. Aber die Kollegen nicht!! Mit dieser Angst arbeiten unsere Leitungen schließlich.
09.10.2007 um 15:12 Uhr
Jetzt fällt mir auch nichts mehr ein. Ich hoffe Euch kann jemand anders aus diesem Forum noch ein paar Tipps geben. Mit der Angst der MA wird ja immer wieder gerne von seiten der GL gespielt. Aber bei Euch scheint die GL besonders penetrant und unbelehrbar zu sein...
Ich wünsche Euch trotzdem die Kraft weiterzumachen!!!!!
09.10.2007 um 15:34 Uhr
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ÖFFENTLICHKEIT hilft und zwar in einer Betriebsversammlung. In der BV haben wir über die gegen uns BRM's und andere engagierte KollegINNen gerichtete schlimmen Angriffe konkret geschildert, ohne Namen, um die Nicht-BRM zu schützen. Wir haben aber die genaue Vorgehensweise der Geschäftsleitung angeprangert, z.B. die persönlichen Angriffe und Übergriffe; wie die Einschüchterungsversuche erfolgten; wie und warum die GL die BRM behindert; wer den Dreck am Stecken hat, welche Gesetzesverstöße die GL begangen hat und das sie macht was sie will, wie zu Zeiten der Gutsherren; und genau aus all diesen Gründen ist die interessenorientierte BR Arbeit für jeden MA notwendig; die Betriebsversammlung ist euer Trumpf - ihr habt Hausrecht; setzt bei Behinderung die Versammlung mit eurem Anwalt per einstweiliger Verfügung durch; zeigt weiterhin Stärke, eure KollegINNen werden, wenn auch nicht öffentlich, hinter euch stehen;
11.10.2007 um 04:19 Uhr
Zur letzten Antwort: Gutsherrenart berechtigt. Merke: Unternehmer tragen das Risko und schaffen Werte. Wenn's Euch nicht passt, dann kündigt halt und sucht Euch einen neuen Job.
Zur Autorin: Tolle Schilderung... "mir wird was vorgeworfen..." Tja, wenn das - Du engagierte, offensichtliche Linke - cür eine Kündigung auch nur argumentativ genutzt werden kann - dann verrat uns doch mal, WAS man Dir vorwirft. Schön unkonkret und auf die Tränendrüse drücken. Und die ganzen Tüten hier fallen drauf rein. Welch Armutszeugnis.
Zudem: Ja und? Betriebsräte werden behindert? Leider immer noch nicht oft genug. Ihr schadet nur. Und zwar allen.
11.10.2007 um 16:03 Uhr
@peterpanowski, eigentlich war ich der Meinung in einem Forum für Betriebsräte zu sein, aber da habe ich wohl falsch gedacht, oder ?!?? In erster Linie verbitte ich mir, dass Du auf der persönlichen Ebene mit mir kommunizierst. Immer schön sachlich bleiben. Du kennst mich doch gar nicht. Weiter sind auch Deine Äusführungen nicht besonders konkret, "Ihr schadet nur"... Laß doch Deinen Frust an einem Boxsack ab und störe nicht dieses Forum.
@ alle anderen, solche Menschen gibt es immer! Ich bedanke mich bei Euch für eure ernst gemeinten Antworten!!!
11.10.2007 um 16:06 Uhr
operation t du musst Verstehen.Ich bin sehr AG nahe und ein Warmduscher
11.10.2007 um 16:47 Uhr
Ihr könnt eigentlich nur noch den Weg nach vorne gehen und genauso rücksichtslos und brutal vorgehen wie eure Gegenspieler. Ich würde empfehlen, den Sachverhalt detailliert aufzuschreiben mit Nennung der Namen ALLER Betroffenen mit dem Hinweis diese als Zeugen zu laden. Weiter müsst ihr Alle Typen, die an dieser Einschüchterungstaktik beteiligt sind namentlich nennen und möglichst auch Vorfälle zuordnen was o.g. Betroffene bestätigen können. Gem. 119 BetrVG sollte der Betriebsrat bei der Staatsanwaltschaft die Strafverfolgung wegen Behinderung der Betriebsratsarbeit beantragen. Ist die Staatsanwaltschaft von euren Schilderungen überzeugt, so wird sie die Ermittlungen beginnen und die entsprechend Genannten auch vorladen. Eines ist sicher, es wird einige "Kollegen" geben, die es sich überlegen werden vor der Staatsanwaltschaft ihre Einschüchterungstaktik aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig ist zu überlegen ob nicht schon gegen gewisse "Kollegen", wegen Schmerzensgeld und eventuellen Schadensersatz vorgegangen werden sollte. Ich weis es ist ein schwieriger Weg, aber es ist für euch der Einzige und den solltet ihr rücksichtslos und brutal gehen. Vielleicht kann sich jemand mit der örtlichen Presse zusammensetzen. Einige Betroffene sollten sich einen Psychiater anvertrauen, der könnte dann in einem eventuellen Verfahren die entstandenen Probleme bestätigen.
Aber wie so oft, bestätigt sich meine Meinung zu Pflegeeinrichtungen immer wieder. Wer unbequem ist wird ruhig gestellt. Der Betriebsrat auf diese Weise, Alte und Kranke eben mit einer Spritze.
17.10.2007 um 00:24 Uhr
Hallo, habe mit Interesse deinen Beitrag gelesen und finde, dass ihr unbedingt durchhalten solltet !!! Sprecht mit euren Kollegen,klärt sie über die Machenschaften eurer Chef's auf und lasst euch auf keinen Fall das Rückrat brechen ! Es gibt viele, die euch im Geiste unterstützen !!!!!!!!
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