Dears,

ich habe eine Frage zum Feiertagsrecht. Wir haben zwar eine Betriebsvereinbarung wo dazu etwas steht, das scheint mir aber den vorliegenden Fall nicht abzudecken.

Unser Unternehmen hat seinen Sitz im Bundesland A, wo die meisten Arbeitnehmer angestellt sind.
Es gibt aber auch einen Arbeitnehmer Herrn Müller, der zwar bei uns angestellt ist, aber von zuhause aus arbeitet und zwar im Bundesland B. Laut Arbeitsvertrag ist der Arbeitsort ein Ort im Bundesland B, Reisetätigkeit wird im Arbeitsvertrag nicht erwähnt, aber ca. alle 3 Monate fährt Herr Müller auf Firmenkosten für eine Woche zum Firmensitz ins Bundesland A.

Der Wochentag X ist nun im Bundesland A ein Werktag, in Bundesland B aber ein Feiertag.

Nun beordert der Arbeitgeber Herrn Müller für den Tag X zum Hauptfirmensitz ins Bundesland A. Würde der Arbeitgeber Herrn Müller nicht an den Firmensitz beordern, hätte Herr Müller am Tag X frei.

1.Frage: Ist diese Beorderung zulässig, wenn laut Arbeitsvertrag der Arbeitsort eben nicht im Bundesland A liegt, sondern in einem Ort im Bundesland B?
2.Frage: Hat Herr Müller Anspruch auf einen Ersatztag für seinen ausgefallenen Feiertag? Laut Arbeitszeitgesetz §11 Abs. 3 müsste es einen Kompensationstag für einen Feiertag geben, an dem ein Arbeitnehmer arbeitet.
3. Frage: Hat Herr Müller Anspruch auf den Feiertagszuschlag gemäß Betriebsvereinbarung? Oder ist der Tag X nun gar kein Feiertag mehr für Herrn Müller?

In der Betriebsvereinbarung findet sich folgendes:
Als Feiertag gilt die am jeweiligen tatsächlichen Arbeitsort lokale Feiertagsregelung.
Nach den Regeln des interlokalen Feiertagsrechts ist grundsätzlich der Sitz des Betriebes, für welchen MA konkret eingestellt wurden, maßgeblich. (Kommentar von mir: Für Herrn Müller ist nicht die Feiertagsregelung im Bundesland A(Sitz des Betriebes für den er eingestellt wurde) maßgeblich, sondern die Feiertagsregelung im Bundesland B, wo er regelmäßig arbeitet)
Werden MA außerhalb des Anstellungs-Betriebssitzes eingesetzt, gilt für die Frage, ob gearbeitet werden darf, jedoch das Recht des jeweiligen Arbeitsortes.
An Feiertagen am konkreten Arbeitsort darf daher selbst dann nicht gearbeitet werden, wenn der Tag am Betriebssitz kein Feiertag ist.
Andererseits besteht dann eine Arbeitspflicht der MA, wenn zwar am Betriebssitz Feiertag ist, am Arbeitsort aber nicht; denn das Beschäftigungsverbot an Feiertagen gilt entsprechend dem Territorialprinzip nur in dem den Feiertag festlegenden Bundesland.
Ist am konkreten Arbeitsort die Arbeitsleistung zulässig, da der Tag dort nicht als gesetzlicher Feiertag anerkannt ist, fällt die Arbeitszeit dort auch nicht wegen eines Feiertages aus.