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Dieser Beitrag ist vor 17 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

BR mobbt Mitarbeiter der Qualitätssicherung - was tun?

F
Fuchs
Jan 2018 bearbeitet

Hallo, seit zwei Jahre wurde ich als QS in der Produktion versetzt. Seit dann habe ich ständig Probleme mit einem Schichtführer (der auch Betriebsrat ist), der mich als Frau nicht akzeptieren kann und will. Als QS bin ich der Produktion übergestellt - laut meine Stellenbeschreibung. Am Anfang mußte ich jede Menge frauenfeindliche Witze und Bemerkungen über mich ergehen lassen - Stellungnahme des Betriebsleiters: in der Produktion ist eine raue Atmosphäre, und ich müsse mich daran gewöhnen. Nach ca. einem Jahr hat man mit mit diesen Bemerkungen aufgehört, aber richtig konnte ich mit ihm nie zusammenarbeiten. Jetzt kann ich meine Arbeit nicht richten, da er den Mitarbeitern in seiner Schicht verboten hat mir zu helfen, oder zu machen was ich denen sage. Außerdem stellt er mir nach, es gab schon ein Gespräch mit dem Betriebsleiter und einem anderen Betriebsrat - absolut wirkungslos - nur die Situation ist jetzt noch schlimmer, da ich kann meine Arbeit nicht richten. Der Betriebsleiter überlegt jetzt wie er mich los werden kann, weil er ruhe haben will Hat schon Abfindung angeboten. Ich bin 50, ich kann nicht gehen, und warum soll ich gehen, wenn ein anderer mich nicht akzeptieren kann/will und mich mobbt. Das hat auch der andere Betriebsrat bestätigt, aber nichts dagegen unternommen. Gibt es eine höhere Instanz? ich bin einfach fassungslos.

8.19908

Community-Antworten (8)

B
Bärbel1

26.01.2009 um 21:23 Uhr

@Fuchs

Sofern Rechtsschutz besteht sollte man hier einmal prüfen ob hier nicht ein Vertsoß gegen das AGG § 1 mit entsprechenden Schadenersatzanspüchen besteht. Ein solches Verhalten von Männer gegenüber Frauen und besonders noch wenn es von Führungskräften komt, kann heute sehr teuer werden.

R
ridgeback

26.01.2009 um 21:25 Uhr

@Fuchs, da Du weder vom BR noch der BL Hilfe erhältst, würde ich mich an professionelle Stellen wenden, z.B.:

• Netzwerk der Mobbing Selbsthilfegruppen, An der Oberheckecke 21, 55270 Sörgenloch, Tel. 06136/7608835. • Die AOK bietet Telefonberatung über das Mobbing-Telefon: 0221-27180200. Sprechzeiten: Dienstags von 14 bis 20 Uhr. • Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing (VPSM), Am Burgacker 70, 65207 Wiesbaden, Tel. 0611/541737, www.vpsm.de. • Mobbing-Scout, Infoseite rund um das Thema mit vielen Links; www.mobbingscout.de. • www.deutsche-stalkingopferhilfe.dewww.mobbing-hilfe.de

DAH
Der alte Heini

26.01.2009 um 22:34 Uhr

Fuchs Dann solltest Du dich schriftlich an den BR wenden. Siehe § 85 BetrVG "Behandlung von Beschwerden durch den Betriebsrat".

Sollte der BR nicht aktiv werden, kannst Du selbst Beschwerde beim AG oder GF einreichen. Siehe § 84 BetrVG "Beschwerderecht".

Hast Du mit dem o. g. kein Erfolg, so solltest Du dir Zeugen suchen, die Genanntes bestätigen können und mit einem Fachanwalt den Vorschlag von Bärbel1 besprechen und eventuell Schadensersatz und die Unterlassung einklagen.

Übrigens, sollte der BR nicht wissen was er machen kann, so weise die Kollegen auf § 104 BetrVG "Entfernung betriebsstörender Arbeitnehmer", hin. Hier könnte der BR die Kündigung, hilfsweise die Versetzung des Schichtführers beim Arbeitgeber beantragen. Weigert der AG sich, so dürfte ein entsprechender Antrag beim Arbeitsgericht erfolgreich sein. Da der § 104 BetrVG auf § 75 Abs.1 BetrVG "Grundsätze für die Behandlung von Betriebsangehörigen" auch Benachteiligungen von Personen wegen ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Identität verbietet, dürfte diese Klage durchaus sinnvoll sein.

Wenn du der Produktion übergeordnet bist, dann solltest Du dies auch mit entsprechend zeigen. Künftig würde ich entsprechende Anweisung an Mitarbeiter nur noch schriftlich geben. So hast Du gleichzeitig Beweismittel, wenn man dir Nachlässigkeiten vorwerfen will.

F
Fuchs

26.01.2009 um 22:42 Uhr

Hallo, vielen Dank für die schnelle antworten. Leider keine bringt mir eine schnelle Lösung. Es ist eindeutig, dass der BR was von mir haben wollte, denn er hat schon anderen gesagt, dass ich ihn "sexuell belästigen würde". Und ich habe ihm verstehen gegeben, dass nix läuft. Es ist ein Alptraum. ich will nicht ins Gericht, denn die Firma kann die Zahlung meines Gehaltes stoppen, und dann steigt mir die Bank aufs Dach. Auf jeden Fall vielen Dank nochmals.

F
Fuchs

26.01.2009 um 22:48 Uhr

Hallo alter Heini, danke, werde ich es versuchen. Ich habe schon eigentlich um Hilfe gebeten beim Personal, und deswegen ist mein Chef, der Betriebsleiter sauer. Er hat mir nicht geholfen, nur getröstet, und dass ich ihm vertrauen soll. Jetzt bin ich für drei Tage beurlaubt. Ich werde am Freitag dem Betriebsrat schreiben, Nochmals vielen Dank Fuchs

DAH
Der alte Heini

26.01.2009 um 22:54 Uhr

Fuchs Ich weiß, es hört sich alles so schlau an, aber

wer kämpft, kann verlieren, wer aber nicht kämpft, HAT verloren.

U
Uschi66

26.01.2009 um 23:23 Uhr

@Der alte Heini

.......Schichtführer (der auch Betriebsrat ist).....

es ist ggf. etwas ungeschickt, sich beim BR zu beschweren, wenn der BR selbst Beteiligter ist.

Sofern es nicht der BRV ist kann man mit diesem einmal vertrauliches Gespräch suchen. Ob es dann Besserung verschafft????

Rechtlich muss sich der AG das Fehlverhalten der AN zurechnen lassen. Da dieser aber auch schon "nur" mit Abfindung reagiert, also auch offenbar nicht gewillt ist hier etwas zu unternehmen, wäre mein Weg, der Weg zum RA.

F
Fuchs

22.02.2009 um 22:27 Uhr

Man hat mir gekündigt!!! ich bin 50! Hallo, jetzt habe ich das Problem meines Lebens. Zuletzt hat dieser Schichtführer und BR seinen Leute verboten mir zu helfen meine Arbeit zu machen (ich musste Muster machen - kurze Vorgeschichte - normalerweise wenn mann etwas in der Produktion machen will, muss man es mit dem Schichtführer besprechen - in meinem Fall - vor mehr als einem Jahr hatte ich den BR angesprochen, da ich Muster machen musste - seine Antwort war - das ist nicht sein Problem, und hat mich im Regen stehen lassen - seit dann machte ich die Muster alleine. Jetzt auf einmal hat er sich quer gestellt, ich konnte meine Arbeit nicht machen - darauf wurde ich für drei Tage zwangsbeurlaubt (vorletzte Woche) und letzte Donnerstag habe ich die Kündigung bekommen - mein Arbeitsplatz wurde aufgelöst. Die Meinung des BR-Vorsitzender - na ja ich bin selber schuld, da ich mit dem BR nicht auskommen konnte, und meine Kündigung ist nicht wegen meines Problems mit dem BR. Und der BR-Vorsitzender: man hat der Kündigung nicht zugestimmt, aber sie können nichts tun. Das kann ich nicht so stehen lassen. Selbstverständlich gehe ich zum Anwalt, aber ich kann mir nicht vorstellen, wenn jemand BR ist, dann kann er den Arbeitsplatz anderen gefährden dass man den Arbeitsplatz verliert. man hat mir gesagt, wenn es um Gehaltserhöhungsgespräche geht, da kommt jemand von der Gewerkschaft als Unterstützung. Wo kann ich die Gewerkschaft ansprechen und um Hilfe bieten?

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