Kuddelmuddel
Hallo ich, bzw. der Betriebsrat hat ein großes Problem. Ich hatte vor Wochen schon mal die Absicht alles hinzuwerfen. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll! Unser Haus wurde verkauft und der neue Eigentümer ist nun seit 1.Oktober zuständig , wie es bei Neustarts so ist, geht nicht alles so wie man es gerne hätte. Es gibt Umstrukturierungen im Haus die noch nicht alle offiziell sind. Zwei Mitglieder des Gremiums sind zurückgetreten und es dauerte etwas bis wir wieder komplett waren , da es kaum noch Nachrücker gibt. Jetzt hat eine Kollegin eine Rundmail erstellt und sammelt Unterschriften Die Mail lautet wie folgt: Liebe Kolleginnen und Kollegen, nach vielen Gesprächen gehe ich davon aus, dass ich nicht die einzige bin, die das Vertrauen in den Betriebsrat verloren hat. Nach Rücksprache mit Verdi möchte ich unseren Betriebsrat auffordern eine Betriebsversammlung einzuberufen und Rechenschaft abzulegen. Dafür hänge ich eine Unterschriftenliste in den Pflegebüros aus, mit Eurer Unterschrift unterstützt ihr mein Vorhaben. Für diese Betriebsversammlung bräuchte ich noch einige Themenvorschläge, abgesehen von denen die ich schon bekommen habe. Dies könnt ihr mir gern persönlich sagen, oder per Mail an WB2 schicken.( Dies könnt ihr gerne auch anonym tun.) Aus all den gesammelten Vorschlägen werde ich dann eine Themenliste erstellen als Grundlage für die Betriebsversammlung. Mit freundlichen Grüßen Unterschrift Dies die Wortgetreue Mail Frage: Wie würdet ihr Euch verhalten und ist das rechtens so?
Community-Antworten (9)
22.11.2015 um 16:12 Uhr
Tja, zunächst würde ich mir die Frage stellen, was ich als BR falsch oder nicht gemacht haben könnte, dass es überhaupt zu so einer Handlung kommt.
Es sollte auch allen BRM klar sein, dass mit einem Eigentümerwechsel auch eine erhöhte Betriebsratsarbeit verbunden ist, und gerade dann bei einer hiervon betroffenen Belegschaft ein erhöhter Einbindungs – und Informationswunsch besteht. Werde ich diesem nicht gerecht, sollte ich mich auch nicht über dann ev. Folgendes wundern.
Ohne jetzt aber die genauen bisherigen Abläufe auch genau zu kennen, kann man nur Vermutungen anstellen, die hier aber auch keinem weiterhelfen dürften.
Der Rechtsweg wäre zwar normalerweise ein anderer, davon betroffen dürfte hier aber nur die Art der Themensuche sein. Da ja auch eine Belegschaft das Recht hat, die Durchführung einer Betriebsversammlung zu fordern und es hier immer einen geben muss, der hier den Anfang macht, bleibt nur das Geschmäckle über die Art der Umsetzung.
Da ja auch die GW hier ein Einforderungsrecht hat und hier mit im Boot zu sein scheint, dieses aber augenscheinlich erst einmal der Belegschaft überlässt, dürfte es ja keine Schikanehandlung einzelner sein, sondern irgendwo eine Berechtigung haben.
Als BR würde ich jetzt natürlich umgehend tätig werden und hinsichtlich der Belegschaftswünsche aktiv werden und schnellstens eine Versammlung durchführen. Dann weis man auch, was der Belegschaft am Herzen liegt und was von einem erwartet wird.
22.11.2015 um 16:13 Uhr
Hallo Robomom, jeder Kollege kann den BR auffordern, eine Betriebsversammlng einzuberufen und dafür verschiedene TOPs benennen. Je nach Unterstützung durch Kollegen kann er diese Betriebsversammlung auch erzwingen. Gegen das Verhalten der Kollegin ist also rechtlich nichts einzuwänden.
Ich persönlich würde in einem solchen Fall als erstes nachdenken, a) ob der BR in den letzten Monaten seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, u.a.: Hat er die vorgeschriebenen Betriebsversammlungen durchgeführt und die Kollegen dort anständig informiert? b) ob es andere Gründe für Kritik an den BR geben könnte, hier evtl. eine Reihe von Missverständnissen oder unterschiedliche Auffassungen, was der BR beim Eigentumswechsel hätte tun können oder sollen. c) ob die Rundmail überwiegend etwas mit der Person des Absenders zu tun hat. Manche Leute sind immer unzufrieden und sehen jetzt vielleicht eine Chance, den BR kaputt zu machen und selbst das Ruder zu übernehmen (oder was auch immer da an Vorstellungen herum geistert).
Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, sehe ich verschiedene Handlungsoptionen:
- Mit der "Rebellin" ein Gespräch führen über ihre Kritikpunkte
- bessere Öffentlichkeitsarbeit, z.B. erklären, wo der BR m i t bestimmt und was alleine unternehmerische Entscheidung des Eigentümer/des AGs ist
- natürlich Einberufung einer Betriebsversammlung, in der der BR
- seine Arbeit und die derzeitigen Schwierigkeiten darlegt
- Fragen ehrlich beantwortet
- an jeden Kollegen einen Fragebogen austeilt, in der die Arbeit des BR benotet wird. Dazu kann der BR schon vorher sagen, ab welcher Benotung er weitermachen wird.
Wenn Ihr sowieso personell auf dem letzten Loch pfeift, könntet Ihr die Versammlung auch mit der Mitteilung beginnen, dass Ihr den Weg für Neuwahlen freimachen wollt. Ich würde die Situation aber auch dann in etwa so klären wollen, wie oben beschrieben. So wäre mit den Kollegen evtl. auch ein Austausch über die Frage sinnvoll, wann denn eine gute Zeit für einen Neuanfang wäre.
22.11.2015 um 16:22 Uhr
Auch wenn ich deine Ansichten im Grunde teile, so würde ich hiervon doch die Finger lassen: „Dazu kann der BR schon vorher sagen, ab welcher Benotung er weitermachen wird.“
Das dürfte nicht nur bei mir den Eindruck einer Beeinflussung, wenn nicht gar einer Erpressung entstehen lassen. So nach dem Motto: „Bist du nicht willig, bin ich es auch nicht mehr“.
22.11.2015 um 18:11 Uhr
@ Jakarta Ja, das kann passieren. So eine Aussage muss natürlich auch zu den Personen passen. Klar kann das nicht nach dem Motto gehen: Gebt uns gute Noten, sonst hat dieser Betrieb morgen keinen BR mehr. Wenn man so was macht, dann muss die folgende Aussage rüber kommen: "Wir sind wie Ihr daran interessiert, dass es im Betrieb vorwärts geht. Wir wollen die Interessen der Kollegen vertreten und uns nicht mit ihnen in einen Dauerkonflikt begeben. Und wir kleben nicht an unseren Sesseln. Benotet uns, damit wir sehen, wo es kneift. Und wenn wir insgesamt unter der Note 3 abschneiden, dann werden wir den Weg zu einem neuen BR frei machen." Das hätte dann mit Erpressung nichts zu tun.
22.11.2015 um 18:20 Uhr
Also in so in Situation würde ich sehr zeitnah eine Betriebsversammlung einberufen und den Rechenschaftsbericht ablegen so wie die Kollegen das fordern. Irgendwelche Spiele mit Benotungen würd ich auch lassen.
22.11.2015 um 21:12 Uhr
Eben - würde ich auch machen. Ihr müsst doch ohnehin vier Versammlungen machen. Habt Ihr vielleicht nicht?
Also nicht erst abwarten sondern agieren.
Vielleicht habt Ihr viel für die Kollegen getan (Betriebsänderung, Interessenausgleich, Sozialplan) nur Ihr habt es nicht genug und richtig kommuniziert.
23.11.2015 um 08:12 Uhr
und es dauerte etwas bis wir wieder komplett waren , da es kaum noch Nachrücker gibt. kannst du mal erklären, was ihr getan habt, damit ihr wieder komplett wurdet?
23.11.2015 um 08:30 Uhr
Auf der Wahliste die Nachrücker, das heißt der Reihe nach. Allerdings sind jetzt nur noch zwei Mitarbeiter auf der Liste und somit kein Ersatzmitglied falls noch mal zwei zurücktreten.
23.11.2015 um 14:38 Uhr
Aber da musste doch nichts getan werden, um komplett zu sein. Einfach den nächsten einladen und gut ist, noch habt ihr ja genug Ersatzmitglieder.