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1.041 Aufrufe | vor 9 Jahren

Wie finde ich den richtigen Betriebsratsanwalt?

Mit Rechtsanwälten ist es wie mit Ärzten. Jeder kennt welche, niemand weiß, wer wirklich gut ist und wer nicht. Die Beauftragung eines Rechtsanwalts ist also Vertrauenssache.

Gibt es überhaupt objektive Kriterien?

Vielleicht nicht.
Aber ich darf Ihnen vier Gesichtspunkte mitteilen, die mir wichtig erscheinen.

Erster Gesichtspunkt:

Sollten Sie einen Rechtsanwalt nach seinen Noten fragen?

Warum denn nicht?
Mich interessiert nicht die Note, mich interessiert aber wie er auf diese Frage reagiert.
Ist er ungehalten, dann ist es ganz sicher der falsche Kollege für Sie.

Zweiter Gesichtspunkt:

Ist es wichtig, ob der Rechtsanwalt Fachanwalt für Arbeitsrecht ist, wenn er Betriebsräte vertritt?

Na sicher, aber überschätzen Sie diesen Gesichtspunkt nicht.

Wussten Sie, dass auch Fachanwälte für Arbeitsrecht nur wenige, sehr wenige Fälle im kollektiven Arbeitsrecht absolvieren mussten?

Man kann also Fachanwalt sein, ohne viel mit Betriebsräten zu tun gehabt zu haben.

Dritter Gesichtspunkt:

Fragen Sie Ihren Rechtsanwalt, warum er im kollektiven Arbeitsrecht arbeitet.
Die Frage wird ihn vielleicht überraschen, sie hat aber einen inhaltlichen Hintergrund. Im kollektiven Arbeitsrecht ist Geld zu verdienen, reich wird man dort aber nicht. Ein Rechtsanwalt der ausschließlich das kollektive Arbeitsrecht beackert, der will etwas. Geld kann es nicht sein. Er ist auf einer Mission. Ich wüsste dann gerne, was er will. Das soll er mir erklären.

Warum machst du kollektives Arbeitsrecht?

Fragen Sie das Ihren Rechtsanwalt.

Der vierte und eigentliche Gesichtspunkt nach meinem Geschmack:

Der Rechtsanwalt, der Sie als Betriebsrat berät und vertritt, der sollte Sie dort aufsuchen, wo Sie arbeiten. Nämlich in Ihrem Betriebsratsbüro, beziehungsweise in Ihrem Betrieb. Wenn man von Betriebsräten lebt, wie ich, und das nicht ganz schlecht, dann muss man es sich als Rechtsanwalt, wie ich meine, gefallen lassen, dass man dort arbeitet, wo der Betriebsrat selbst tätig wird. So wie ein Strafverteidiger, der seine Mandanten immerhin auch im Gefängnis aufzusuchen hat und nicht nur in seiner Kanzlei.
Der letzte Punkt erscheint mir deshalb als eigentlicher Lackmustest. Zugegeben, ein sehr persönlicher Rat. Aber auch der kann Ihnen weiterhelfen.

Eine letzte Frage:

Sollten Sie auf Ihr Bauchgefühl vertrauen? Ist das ein tauglicher Ratgeber?

Das wissen Sie doch als Betriebsrat.
Unbedingt.
Nichts ist wichtiger als Bauchgefühl.

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