Ein 450-EUR-Job (Minijob) ist doch kein richtiges Arbeitsverhältnis, oder?

Viele Arbeitnehmer gehen einem Nebenjob nach.
Als Verkäuferin, als Pizzabote oder als Zeitungszusteller.

Ist das wirklich ein richtiges Arbeitsverhältnis?

Nein, meinen viele Arbeitgeber und zahlen ihren Mini-Jobbern keinen bezahlten Urlaub, keine sechs Wochen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, und wenn sie die nicht mehr benötigen, schmeißen sie die einfach raus. Aber das alles ist rechtswidrig! Bei einem 450-Euro-Job handelt es sich um ein ganz normales Arbeitsverhältnis. Es ist eine Teilzeittätigkeit und diese Teilzeitarbeitsverhältnisse, die werden von § 4 TzbfG, das ist das Teilzeit- und Befristungsgesetz vom Gesetzgeber, ausdrücklich geschützt. Und im Gesetz ist festgeschrieben, dass jemand, nur weil er Teilzeit arbeitet, nicht schlechter gestellt werden darf als ein Vollzeitarbeitnehmer. Es sei denn, es gibt gewichtige Gründe dafür, dann kann man schon mal eine Ungleichbehandlung damit rechtfertigen.

Aber im Normalfall ist es wirklich ein richtiges Arbeitsverhältnis und das heißt, dass die Mitarbeiter auch sechs Wochen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bekommen und mindestens vier Wochen bezahlten Erholungsurlaub. Wenn es tatsächlich mal zu einer Kündigung kommen sollte, dann müssen auch eben die vertraglichen und gesetzlichen Kündigungsfristen von vier Wochen eingehalten werden.

Aber, was ist jetzt so das Besondere am Minijob?

Das liegt daran, dass die Arbeitgeber die wesentlichen Sozialabgaben und die Steuern tragen. Und ein Mitarbeiter kann quasi 450 Euro brutto gleich netto verdienen. Und daher ist somit ein Minijob bei vielen doch durchaus interessant.

Ja, aber warum verhalten sich die Arbeitgeber denn jetzt rechtswidrig?

Na ja, manche wissen es vielleicht nicht anders. Aber es gibt bestimmt auch viele Arbeitgeber, die wissen ganz genau, wie die Rechtslage ist und die wollen die Minijobber nur ausnutzen, und viele Minijobber, die haben Angst um ihren Arbeitsplatz und haben Angst diese Stelle zu verlieren. Und deshalb sagen sie nichts und deshalb bestehen sie nicht auf ihre Rechte. Und ich kann Betroffenen nur empfehlen, sich anwaltlichen Rat zu holen und wenn es im Betrieb einen Betriebsrat gibt, dann sollte sich ein Betroffener an den Betriebsrat wenden.