Wie haften Auszubildende während ihres Ausbildungsvertrages?

Meine Damen und Herren,

dieser Fall ist ein Fall vom Bundesarbeitsgericht, und zwar vom 19.03.2015. Die Frage war hier, hier war ein Azubi, ein Auszubildender, der in einer Werkshalle gearbeitet hat und so ein kleines Gummiwurfgeschoss in der Hand hatte, so ein Gewicht zum Auswuchten einer Maschine, und hat das dann irgendwann ohne Vorwarnung hinter sich geschmissen und einen anderen Mitarbeiter, auch einen Auszubildenden, am Kopf getroffen, das Augenlid schwer verletzt und so weiter...
Jetzt gibt es im Arbeitsrecht die Arbeitnehmerhaftung, die gestaffelt ist nach dem Vorwurf der Fahrlässigkeit, da müssen Sie jetzt gar nicht so viele Einzelheiten wissen, jedenfalls ein Arbeitnehmer haftet anders, als im normalen Zivilrecht draußen, wenn Sie einen Autounfall haben. Also bei leichter Fahrlässigkeit, was jedem mal passieren kann, wären Sie sogar als Arbeitnehmer von der Haftung komplett raus. Die Einschätzung dessen, was leicht Fahrlässig ist oder grob Fahrlässig, sollen dann die Juristen machen oder die Gerichte.

Frage ist hier:

Wenn ich in der Ausbildung bin, hafte ich dann weniger streng?

Das hat das Bundesarbeitsgericht verneint. Die haben im Votum gesagt, dass Auszubildende während ihrer Ausbildungszeit nach den gleichen Regeln haften, wie vergleichbare Arbeitnehmer ohne in Ausbildung zu sein, also dieses, sage ich mal eventuelle Bonbon, dass man sagt, ein Azubi hat vielleicht noch ein bisschen mehr Flausen im Kopf und denkt nicht über alles so richtig nach, man erinnert sich vielleicht selbst an die Jugend und dass man vielleicht noch Ferienarbeit gemacht hat oder so.

War man da wirklich immer so vorsichtig wie heute?

Vielleicht wird man selber sagen:

„Naja, ne, also das war doch bisschen anders.“

Aber das BAG sagt, da gibt es kein Bonbon, keinen Bonus für Auszubildende, die haften genau gleich. Auch das sehen Sie, meine Damen und Herren, muss sich eigentlich immer logisch erschließen, man hätte ja auch hier anders entscheiden können.