"Peace, Bruder!": Gelegentlicher Drogenkonsum und Arbeitsrecht

So mancher denkt:

"Peace, Bruder! Gelegentlicher Drogenkonsum in der Freizeit, das geht doch meinen Chef nichts an."

Aber stimmt das überhaupt?

Nein, sagt das Bundesarbeitsgericht in einer neueren strengen Rechtsprechung. Auch gelegentlicher Drogenkonsum in der Freizeit, und zwar auch dann, wenn dieser Drogenkonsum keine erkennbaren nachteiligen Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis hat, auch dieser Drogenkonsum kann zur Kündigung führen. Das sind nun wirklich schlechte Nachrichten für den einen oder anderen genussfrohen Arbeitnehmer. Ich mache mich über Drogenkonsum nicht lustig, aber diese neue Rechtsprechung müssen Sie kennen. Jahrelang, jahrzehntelang hat man streng danach differenziert, ob der Drogenkonsum Gefahren mit sich bringt für das Arbeitsverhältnis, also für Dritte, für den Chef, für Kunden.

Dies fällt nun flach. Auch die Instanzgerichte werden die neue strenge Rechtsprechung anzuwenden wissen.

Deswegen: Es ist mit Kündigungen zu rechnen.

Und wie Sie mit Kündigungen umzugehen haben, liebe Kollegen, das wissen Sie als Profis des Betriebsverfassungsrechts. Jeder verhaltensbedingten Kündigung, aber auch jeder krankheitsbedingten Kündigung sollten Sie begründet widersprechen. Einer verhaltensbedingten Kündigung können Sie widersprechen, indem Sie behaupten, dass der angebliche Drogenkonsum keinerlei denkbare negative Auswirkung hat auf das Arbeitsverhältnis.

Es mag sein, es wird so sein, dass das den einen oder anderen Arbeitsrichter immer noch beeindruckt, trotz der neuen Rechtsprechung. Einer krankheitsbedingten Kündigung widersprechen Sie, indem Sie die sogenannte Negativprognose angreifen. Denn wer suchtkrank ist, der hat dann eine gute Prognose, wenn er sich behandeln lassen will, wenn er also therapiebereit ist.