Schwarz-Rot-Gold zur Arbeit erscheinen? Darf ich im Trikot zur Arbeit gehen?

Die Lieblingsmannschaft spielt oder hat gerade gewonnen, da ist eins ganz klar für den echten Fan: Trikotpflicht! Und zwar auch am Arbeitsplatz.

Das ist praktisch, dass das auch nicht verboten ist, prinzipiell. Also man darf im Trikot zur Arbeit erscheinen. Der Arbeitgeber darf das nur untersagen, wenn besondere betriebliche Belange hier betroffen wären. Also im Rahmen einer Ermessensentscheidung man sagen müsste, das Interesse des Arbeitgebers an einem reibungslosen Betriebsablauf wiegt hier wichtiger als das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers, sich anzuziehen, wie er will.

Wenn man natürlich in einem Job arbeitet, der Außenwirkung hat, also man Kundenkontakt hat, da sind die Grenzen dann natürlich hoch gesetzt, bis man mit einem Trikot zur Arbeit erscheinen darf. Da kann der Arbeitgeber natürlich verlangen, dass man das nicht macht. Man denke zum Beispiel an eine Privatbank, wo man Kundenkontakt hat. Da wird das nicht angemessen erscheinen, wenn man im Deutschland-Trikot die Kunden bedient. Ansonsten sei hier noch bemerkt, dass der Betriebsrat, wenn es denn einen Betriebsrat in Ihrem Unternehmen gibt, hier ein echtes Mitbestimmungsrecht hat, wenn es um die betriebliche Ordnung geht, nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG. Und die Kleiderordnung zählt dazu.

Wenn der Arbeitgeber also so etwas grundsätzlich untersagt, muss der Betriebsrat hier beteiligt werden und hat ein Mitbestimmungsrecht. Grundsätzlich kann man erstmal im Trikot zu erscheinen, wenn nicht offensichtlich etwas dagegen spricht.

Ausnahme hier:

Das Trikot riecht ganz extrem von der gestrigen Bierdusche.

Da gab es einen interessanten Fall, der 2010 vom Arbeitsgericht in Köln verhandelt wurde. Da wurde ein Arbeitnehmer in der Probezeit gekündigt, weil er immer in sehr stark riechenden Trikots zur Arbeit erschien. Die Kündigung war auch tatsächlich rechtens. Wer riecht kann also, zumindest während der Probezeit gekündigt werden.