Beabsichtigte Kündigung - 1

Betriebsrat
der Musterfirma

An die Geschäftsleitung
im Hause

Beabsichtigte Kündigung der Frau […]

Sehr geehrte Damen und Herren,

in seiner Sitzung vom […] hat sich der Betriebsrat mit der Anhörung zur Kündigung von Frau […] beschäftigt. Es wurde der Beschluss gefasst, der beabsichtigten Kündigung gemäß § 102 Abs.3 Ziffer 1 BetrVG zu widersprechen.

Wir begründen den Widerspruch mit einer fehlerhaften Sozialauswahl. Viele Kolleginnen und Kollegen wurden in die Auswahl nicht mit einbezogen, da deren Weiterbeschäftigung angeblich im berechtigten betrieblichen Interesse gemäß § 1 Abs. 3 KSchG läge. Hierbei reicht es aber nicht aus, pauschal auf eine ausgewogene Personalstruktur sowie eine erforderliche Qualifikationsstruktur im Betrieb hinzuweisen. Nach unseren Informationen wurden nämlich auch Personen mit eindeutig geringerer Qualifikation als Frau […] nicht in die Auswahl mit einbezogen.

Es liegt die Vermutung nahe, dass der einzubeziehende Personenkreis bewusst von Ihnen so gewählt wurde, dass die Entscheidung gegen Frau […] ausfallen musste. Diese hat schließlich in der Vergangenheit ihren Standpunkt öfters gegenüber ihren Vorgesetzten sehr selbstbewusst vertreten. Selbst wenn bei den Verbesserungsvorschlägen kritischer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen das betriebliche Interesse im Vordergrund steht, sind sie anscheinend in unserem Unternehmen nicht gern gesehen.

Der Betriebsrat fordert Sie daher auf, auf die beabsichtigte Kündigung zu verzichten. Sollten Sie jedoch an Ihrem Vorhaben festhalten wollen, erwarten wir neben der genauen Schilderung der angeblichen betrieblichen Zwänge auch eine nachvollziehbare Sozialauswahl. Diese sollte nach objektiven Kriterien erkennbar machen, warum einzelne Personen nicht in die Sozialauswahl mit einbezogen worden sind. Es ist nicht ausreichend, pauschal auf die gesetzlichen Regelungen des §1 Abs.3 KSchG hinzuweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift
Betriebsratsvorsitzender