Kündigungsschutz der Jugend- und Auszubildendenvertretung

Den Mitgliedern der JAV kommt gemäß § 15 KSchG ein besonderer Kündigungsschutz zu.

Demnach darf einem JAV-Mitglied während seiner Amtszeit keine ordentliche Kündigung ausgesprochen werden.

Außerordentliche Kündigung

Eine außerordentliche Kündigung ist dann möglich, wenn für sie schwerwiegende Gründe vorliegen und der Betriebsrat der Kündigung zustimmt. Verweigert dieser seine Zustimmung, kann diese durch ein Arbeitsgericht ersetzt werden.

Ebenfalls zustimmungspflichtig sind Versetzungen, die die Ausübung des Amtes oder die Wählbarkeit des Arbeitnehmers beeinträchtigen. Ausnahmen gelten im Falle einer Schließung des Betriebs oder von Teilen des Betriebs.

Wie lange besteht der Kündigungsschutz?

Darüber hinaus besteht der besonderes Kündigungsschutz ein Jahr nach dem Ende der Amtszeit weiter. Die außerordentliche Kündigung eines ehemaligen JAV-Mitglieds bedarf während dieses Zeitraums jedoch nicht mehr der Zustimmung des Betriebsrats. 

Kündigungsschutz für Ersatzmitglieder der JAV

Ersatzmitglieder der JAV genießen zunächst, wie auch der Wahlvorstand und die Wahlbewerber, zum Zeitpunkt der Bestellung bzw. Aufstellung für die Dauer des Wahlverfahrens einen Schutz vor ordentlichen Kündigungen.

Darüber hinaus besteht für sie ein nachwirkender Kündigungsschutz von sechs Monaten, von der Bekanntgabe des Wahlergebnisses an gerechnet. Nimmt das Ersatzmitglied daraufhin während der Amtsperiode der JAV keine Tätigkeit wahr, so ist mit Ablauf der Sechs-Monats-Frist der besondere Kündigungsschutz des Ersatzmitgliedes beendet. Wird das Ersatzmitglied jedoch tätig, so ist auch hier der besondere Kündigungsschutz zu beachten. Unabhängig vom Umfang der Amtsausübung besteht dann ferner auch ein nachwirkender Kündigungsschutz von einem Jahr (§ 15 Abs. 1 und 3 KSchG).