Neu im Betriebsrat: Die ersten Schritte im Amt

Ihre Kollegen haben Sie in den Betriebsrat gewählt! Herzlichen Glückwunsch - das zeigt, wie viel Vertrauen sie Ihnen entgegenbringen! Wir helfen Ihnen, Ihrer verantwortungsvollen Aufgabe gerecht zu werden und begleiten Sie bei Ihren ersten Schritten als Betriebsrat.

Situationen verbessern - Dinge verändern

Als neu gewähltes Betriebsratsmitglied haben Sie sicher viele Ideen und möchten für Ihre Kolleginnen und Kollegen in Ihrem Betrieb viele Dinge verändern und verbessern. Dabei unterstützen wir Sie. Auf den folgenden Seiten finden Sie deshalb, kompakt zusammengefasst, die wichtigsten Informationen.

Rechte des Betriebsrats kennenlernen

Um Ihr neues Amt optimal auszufüllen ist es wichtig, dass Sie Ihre Rechte, aber auch Ihre Aufgaben kennen. Der Gesetzgeber hat dem Betriebsrat weitreichende Rechte, die Informations- und Mitwirkungsrechte, eingeräumt. Nur wenn Sie diese kennen, können Sie die Tragweite Ihrer Handlungsmöglichkeiten absehen und sich für Ihre Kolleginnen und Kollegen einsetzen.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber

Eine der grundlegenden Pflichten des Betriebsrats ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber. Das bedeutet, dass Sie gemeinsam mit dem Arbeitgeber zum Wohle Ihrer Kollegen zusammenarbeiten sollen. Gerade wenn Sie neu im Betriebsrat sind, mag sich dies ein wenig seltsam anhören. Im Laufe der Zeit werden Sie im Gremium eine Routine entwickeln und in Betriebsratssitzungen, Monatsgesprächen und Betriebsversammlungen immer mehr Sicherheit erlangen.

Fortbildung des Betriebsrats

Niemand wird zum Betriebsrat geboren. Um Ihr neues Betriebsratsamt korrekt und gut ausüben zu können sollten Sie die gesetzlichen Grundlagen dringend kennen. Sie haben nicht nur einen gesetzlich verbrieften Schulungsanspruch, sondern sogar die Pflicht sich fortzubilden, um das Amt des Betriebsrats auszuüben und die Interessen der Arbeitnehmer bestmöglich vertreten zu können! Scheuen Sie sich also nicht, ein Seminar zu besuchen und sich die notwendigen Grundkenntnisse anzueignen.

Grundlagenseminare für neu gewählte Betriebsräte

Bekomme ich mehr Urlaub als Betriebsratsmitglied?

Wirtschaftliche und berufliche Absicherung der BR-Mitglieder

Rechtsgrundlagen: § 37 Abs. 4 und 5 sowie § 78 Satz 2 BetrVG

Der Arbeitgeber darf Sie während Ihrer Amtszeit im Betriebsrat einschließlich eines Zeitraums von mindestens einem Jahr danach nicht schlechter bezahlen als vergleichbare Arbeitnehmer mit betriebsüblicher beruflicher Entwicklung (§ 37 Abs. 4). Das heißt für Sie z.B.: Erhöht der Arbeitgeber die Gehälter vergleichbarer Arbeitnehmer, darf er Sie als Betriebsrat oder ehemaliges Betriebsratsmitglied von dieser Gehaltserhöhung nicht ausschließen.

Der Arbeitgeber muss Sie während Ihrer Amtszeit im Betriebsrat einschließlich eines Zeitraums von mindestens einem Jahr danach mit Arbeiten beschäftigen, für die Sie eingestellt und ausgebildet wurden (§ 37 Abs. 5). Das heißt für Sie z.B.: Ermöglicht der Arbeitgeber vergleichbaren Arbeitnehmern, sich durch den Besuch von berufsbezogenen Fortbildungen weiter zu qualifizieren, muss er Ihnen auch diese Möglichkeit geben.

Der Arbeitgeber muss Ihnen auch dieselben Chancen für eine berufliche Entwicklung geben wie vergleichbaren Arbeitnehmern (§ 78 Satz 2 2. Halbsatz15).

Kündigungsschutz Betriebsrat

Als Betriebsratsmitglied sind Sie besonders vor Kündigungen geschützt.

Alle Infos zum Thema Kündigungsschutz

    Freistellung Betriebsrat: Für die Betriebsratsarbeit freigestellt

    Sie haben einen Rechtsanspruch auf Entlastung von Ihren beruflichen Verpflichtungen in dem Umfang, in dem Sie Zeit für die Arbeit im und für den Betriebsrat brauchen!

    Mehr zum Thema Freistellung

    Gehalt

    Vergütung während der Betriebsratsarbeit

    Rechtsgrundlage: § 37 Abs. 2 BetrVG ("ohne Minderung des Arbeitsentgelts")

    Es gilt der Grundsatz: Jedes Betriebsratsmitglied muss für die Zeit seiner Arbeit im Betriebsrat, für die Betriebsratsarbeit, finanziell so gestellt werden als wenn es während dieser Zeit "normal" gearbeitet hätte (Lohnausfallprinzip).

    Das ist bei fixen Löhnen und Gehältern kein Problem, wird aber zum Problem, wenn z.B. im Gehalt variable leistungsabhängige Gehaltsbestandteile enthalten sind. In diesem Fällen müssen Durchschnittswerte ermittelt werden. Das kann im Einzelfall zu sehr schwierigen Problemen führen.

    Wie viel verdiene ich als Betriebsrat? - Das Gehalt des Betriebsrats